Almsee mit Hund: Plus 1780 Höhenmeter

Klettern, Kraxeln, Seile und über brüchiges Gestein auf’s Rotgschirr (Südgipfel)

Almsee mit Hund? Darüber gibt’s ausreichend Beiträge im Internetz. Und zwar zum Thema Wandern am Almsee (auch wir haben da schon ein paar Worte drüber verloren: Bei unserer Bergwanderung auf den Schneiderberg am Vortag dieser Tour 😉 ). Diese “8” in Sachen Schwierigkeit gibt’s übrigens alleine schon wegen der geforderten Kondition. Eher eine 8 Plus … Jetzt aber los!

Was wir vor hatten (und knallhart durchgezogen haben) war alles andere als eine gemütliche Wanderung am Almsee mit Hund. Wohl eher eine gepfefferte Bergtour … Wandern im Toten Gebirge? Das geht, allerdings erst nach einem deftigen Anstieg bei der auch der Hund fleißig am Kraxeln ist. Klettern muss.

Links mit [*] sind Werbelinks: Infos hier

Gleich mal vorweg: Bei dieser Tagesbergtour klapperten wir beide an unseren Grenzen. Körperlich (weniger technisch). Extrem zach (österr. für: Da bist fertig am Abend 🙂 ). Für uns – und vor allem für die Räubertochter (Ronja Berghund auf Insta 🙂 ) das Limit des an einem Tag machbaren. Und glaubt mir: Sie ist hart im Nehmen. Und diesmal ein Fazit gleich vorweg:

Übersichtsplan Region: Traunsee-Almtal

Traunsee-Almtal im Salzkammergut mit Hund, Bergtouren und Wanderungen, Plan der Region

Auf der Karte links gut zu erkennen: schneebedeckte Gipfel. Totes Gebirge – die höchsten der Region Traunsee-Almtal. Wie bereits bei der Wanderung auf den Schneiderberg erklärt, waren wir bereits am Tag zuvor angereist. Weitere Details zur Anreise wie immer im Tab nach dem Beitrag.

Vom Almsee mit Hund über die Röll zum Rotgschirr

Los ging die Bergtour vom Almsee mit Hund via Pühringerhütte zum Rotgschirr vom Parkplatz am See (Dauercampen verboten 😉 ). Schon der Weg zum Einstieg “in der Röll” zieht sich, ist jedoch im ersten Morgenlicht sehr entspannt.

Dann geht’s aber so richtig los: Die ersten (seilgesicherten) Klettereien den Sepp-Huber-Steig hoch, erste Leitern und Geröllfelder sind zu überwinden. Noch kein größeres Problem … ganz im Gegenteil: eine richtige Bergtour ganz nach unserem Geschmack 🙂

Wetter und Bedingungen an dem Tag: Vom ersten Morgengrauen (eher Morgenviolett und Orange 🙂 ) den gesamten Tag über perfekte Bedingungen für eine Wanderung vom Almsee mit Hund zum Rotgschirr. Besser geht’s nicht …

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Wandern vom Almsee, Bergtour zum Rotgschirr

Ein paar Worte zum Ausgangspunkt Almsee. Österreich bietet eine Menge Almseen, aber der hier ist zwar wunderschön, perfekt für eine Gassi-Runde oder halt für eine kleine Wanderung mit Hund 🙂 … aber fix kein Almsee 😉

Aber fix ein klasse Ausgangspunkt für viele Bergtouren ins Tote Gebirge!

Und dann noch die oft gestellte Frage: Sind am Almsee Hunde erlaubt? Im Prinzip ja – natürlich nur an der Leine. Wenn eure Fellnase mal ein kurzes Bad nimmt – das wird schon passen 😉

Also los. Wir frühmorgens raus aus der Karre – die am Abend den Geist aufgeben sollte … Mah! … andere Geschichte. Jedenfalls: Wasser für die Räubertochter (und genug davon eingepackt – unbedingt ausreichend Wasser mitnehmen!), ein erster Kaffee in der Dämmerung für mich und ein paar Happen für beide zum Frühstück.

Rucksack rum, der Räubertochter gepfiffen und ab ging’s die ersten gut vier Kilometer über Schotter bis zum Einstieg in die eigentliche Bergtour “in der Röll” (Talschluss aus unbeeinflussten Schuttkegel und Schuttströmen aus dem Toten Gebirge).

Von der Röll via Sepp-Huber-Steig hoch zum Sattel

Was schnell klar wird … das hier ist das Tote Gebirge …. Der Name leitet sich von der Wasserlosigkeit durch das Fehlen von Quellen oder oberirdischen Gerinnen und weitgehender Pflanzenarmut des Zentralplateaus ab.

Dann mal los. Spätestens hier wird klar, dass diese Tour eben eine Bergtour ist – und kein wandern vom Almsee mit Hund. Der Aufstieg zum Sattel führt über den Sepp-Huber-Steig via seilgesicherten Kraxlereien und über Leitern.

Für die Räubertochter (und bergerfahrene Hunde) machbar – wenn auch ab und an Unterstützung für euren Hund beim Klettern über den Fels kein Fehler ist.

Sprich: Selbst immer eine Hand an der Leiter oder am Seil, solltet ihr in der Lage sein, euren Hund mit einer Hand ein wenig hochheben zu können (wobei die Räubertochter seitlich der Leitern hoch, und wie immer bei solchen Passagen: via kurzer Leine an mir gesichert ist!).

Erstes Etappenziel: Pühringer Hütte (1637m ü. A)

Geschafft. Ahm. Also das erste Etappenziel. Erste gemütliche Rast in der Pühringerhütte und zweites, wohlverdientes Frühstück für uns beide. Wohlgemerkt – nach über 4,5 Stunden ziemlich heftigen Aufstieg, Klettereien und über Geröllfelder.

Ein Etappenziel, das für nicht wenige Bergfexn das Ende des Tages einer Mehrtagestour bedeutet! Zurecht. Von hier sind einige Gipfel zu erklettern 🙂

Ab hier wird’s richtig gebirgig: über Fels und Altschneefelder

Für uns ging’s weiter Richtung Rotgschirr. Und diese Bergtour ist ab hier nicht nur für Hunde eine Herausforderung: Der Weg über den verkarsteten Dachsteinkalk ist nicht nur für Hunde mehr ein Klettern und Springen von Stein zu Stein, Fläche zu Fläche und über Spalten.

Mühsamer Aufstieg über das größte Kalkkarstgebiet Mitteleuropas

Die seilgesicherte Kletterei vor dem Gipfel sollte für geübte Bergfexn kein großes Problem darstellen (Schwindelfreiheit und Trittsicherheit jedoch unbedingt erforderlich!) und auch für (meinen) Hund kein großes Thema.

Schwieriger die “flacheren” Passagen unmittelbar vor dem Anstieg zum Gipfel: Karstig, schroff, von Furchen und Löchern übersäht – wie im Toten Gebirge halt üblich – kann aber hier ein echtes Hindernis für Hunde mit wenig Bergerfahrung werden: Kantiges, teilweise scharfes Gestein das den Pfoten nicht wirklich gut tut, zudem muss viel gesprungen und geklettert werden …

Beim Blick hoch zum Gipfel (der weit entfernt schien bei der Hupferei 🙂 ) Kurz die Überlegung eines Abbruchs der Bergtour … durchaus berechtigt …

… besonders klar wurde mir das beim Abstieg bzw. wieder unten am Ausgangspunkt: Ronjas Pfoten zeigten deutliche Spuren der Bergtour: Kleine Blasen, aufgeschürft – kleinere “Verletzungen” die Tage später wieder verheilt waren. Trotzdem: Wie erwähnt, eine Tour dieser Größenordnung (Details im Tab unten) werden wir in Zukunft als Mehrtagestour anlegen.

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Ziel der Bergtour vom Almsee mit Hund zum Rotgschirr

Ronja war jedoch deutlich erkennbar alles andere als unmotiviert 😀 : Sie hüpfte vor, düste rein in die Serpentinen die zum letzten Stück hoch zum Gipfelkreuz des Rotgschirr führen. Seilgesichert, jedoch unbedingte Trittsicherheit gefordert und ev. auftretende Höhenangst sollte man unter Kontrolle haben 😉 Als Belohnung winkt ein schönes Kreuz und eine fantastische Aussicht über unzählige Berggipfel (ein Panorama, das kein Video so zeigen kann, wie es tatsächlich ist – Bergfexn kennen das Feeling 😉 )

Abstieg: Müde Knochen, beanspruchte Pfoten

soviel zum “Wandern” mit Hund im toten Gebirge …

Tja. Und dann ging’s nur noch nach unten. Wie’s Abstiege so an sich haben 🙂 Wieder übers Geröll, über Spalten, Furchen und (scharf)-kantiges Gestein. Klettern über Leitern und über seilgesicherten Fels im Sepp-Huber-Steig …

Kurz: Alleine der Abstieg zieht sich über 10 Kilometer und mehrere Stunden. Das sollte unbedingt eingeplant werden – und auch deshalb wiederhole ich meine klare Empfehlung:

Schwierigkeit / Kondition: für geübte Bergfexn und Hunde / sehr gute bis trainiert

Infos für Hundebesitzer/innen und sonstige Bergfexn:

  • Problem für Hunde: ab und an Hilfe benötigt
  • Leitern, Klettereien: Ja / für Hunde machbar (teilweise kann Unterstützung notwendig sein)
  • Kaum Wasserstellen: WICHTIG: genügend Wasser mitnehmen (für dich und Hund).
  • Hinweise zu Hütten: offen (Infos siehe Link oben) / Hunde erlaubt: ja, nach Absprache)
  • Weidestellen am Weg: Nein
  • Klare Empfehlung: Diese Tour als Mehrtagestour anlegen

Ausrüstung die bei einer Tour wie dieser nicht fehlen sollte

Mehrtagestouren mit Hund

Auf unserer “Packliste Wandern / Tagestouren mit Hund” Seite, empfehle ich Ausrüstung für euren Rucksack (keine Klamotten, Schuhe etc.: dazu bald eine eigene Seite) mit denen wir bisher sehr gute Erfahrungen gemacht habenBISHER!

Bisher bedeutet: Sollten wir auf bessere Produkte “stoßen” oder eine der angeführten Ausrüstungsgegenstände doch schneller den Geist aufgeben als erwartet (oder sogar gefährlich werden!), wird dieses durch bessere Ausrüstung ersetzt.

Nachfolgend unsere Packliste für einfache Wanderungen bis zu ausgedehnte Tages- Bergtouren mit eurer Fellnase:

Berg- und Wanderschuh Rapace GTX von Salewa

Rapace GTX Bergschuh von Salewa im BERG-VAN:Test

Stabil im felsigem Gelände, bequem & wasserdicht: Rapace GTX von Salewa

Ob dieses Versprechen hält? Der Rapace GTX Wanderschuh von Salewa*. Einen Schuh, den ich mir einfach mal geleistet hab. Und das auf keinen Fall bereue. Weil? Der Hintergrund? Die Antworten findet ihr im Testbericht, hier einmal das Wichtigste in aller Kürze.

Wenn ihr einen festen Bergschuh braucht um sicher in den Bergen unterwegs zu sein (auch bei einfachen Wanderungen, im Hochgebirge oder in Klettersteigen), dann kann ich diesen Wanderschuh aus (natürlich) eigener Erfahrung mit bestem Gewissen empfehlen.

Dieser Wanderschuh drückt nicht – weder an der Ferse, noch sonst wo. Dank 2-Zonen Schnürung ist der Bergschuh auf jeden Fuß anpassbar. Bergfex:Innen wissen sowas (sehr) schnell zu schätzen! Und ja, der Schuh ist dank atmungsaktiven Gore-Tex® absolut wasserdicht. Wie gesagt: mehr dazu im Testbericht …


Trinksystem Deuter Streamer 2 Liter bzw. 3 Liter

Trinksystem Deuter Streamer 3 Liter für Bergtouren und Wanderungen mit Hunden - ein muss für unsere Packliste Wandern und Mehrtagestouren

Wie? 2 Liter bzw. 3 Liter? Was jetzt? Keine Panik, das Rätsel ist schnell gelöst 😉 Ich verwende beide Trinkwassersysteme. Warum das? Ganz einfach: für den kleinen Rucksack – meinen 35L Wanderrucksack von Steinwood (hier zu sehen) verwende ich das 2 Liter System* (Vorrichtung für 2,5 Liter), und befülle den 3 Liter Streamer* je nach Witterung, länge der Tour etc. mit zusätzlichem Wasser.

Bei längeren und gar Mehrtages- Touren bei dem wir mit dem mittleren Rucksack unterwegs sind, genau umgekehrt. So habe ich schon mal 5 Liter Wasser “on Board”.

Bei Mehrtagestouren oder großer Hitze spielt dein Wasservorrat eine entscheidende Rolle. Mit diesen Systemen könnt ihr platzsparend ausreichend Wasser mitführen.

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Berg-Van

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BERG-VAN:Christian (48). Ich bin mit meinem Hund (Ronja Räubertochter, Maltipoo) in den Bergen unterwegs um für das BERG-VAN:MAG Bergtouren mit Hund, Wanderwege mit Hund und hundefreundliche Unterkünfte zu testen. Weiters testen wir Ausrüstung für Hund und Bergfexin / Bergfex auf Tauglichkeit und Sicherheit in den Bergen.

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