Wenn’s nur nach oben geht: Von Leitern und dem Unmöglichen

Bergtour von Strobl am Wolfgangsee auf den Sparber (1501m ü. A)

Tief durchatmen. Und eeiiiin-aaatmen. Top. Frische Bergluft in den Lungen. Naja. Annähernd Bergluft. Noch standen wir auf dem Parkplatz im Kleefeld (Nahe Strobl am Wolfgangsee). Auf dem Parkplatz. Und auuuusatmen. Geil. Geschafft. Dachte ich. Aber von Anfang an: Was geschafft? Auf einem Parkplatz nahe dem Nirgendwo zu stehen (dem schönen, geplanten Nirgendwo 🙂 )? Ja, genau. Was ich nach der Bergtour zur Katrin, dem Elferkogel und zur Katrin nicht ahnen konnte: Auf einem Parkplatz zu stehen ist nicht so selbstverständlich wie ich gedacht hatte. Man vergisst zu schnell, gewöhnt sich ans Alltägliche.

Ausatmen – und wieder ein. Um was geht’s? Ganz einfach – Blitz, Donner, Sturm und gefrorener Regen hatte mir mittels tennisballgroßer Hagelkörner meine Karre zu Schrott geballert. Wenn’s bloß nur das gewesen wäre … nein, das alleine hat nicht gereicht. Das Unwetter zog zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt … ach was. Was interessiert euch das? Hier geht’s schließlich um eine Bergtour mit Hund von Strobl am Wolfgangsee. Noch dazu auf den Sparber in der Wolfgangseeregion (in der wir durchaus noch mehr vor haben). Also los. Dann rauf zum Gipfel. Der – wie mir mehrmals gesagt wurde – für die Räubertochter nicht machbar wäre. Geh, na passt doch: Das Unmögliche möglich zu machen – genau mein Ding …

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Übersichtsplan Salzkammergut / Region: Wolfgangseeregion

Also los. Die Räubertochter aus dem neuen Gebrauchten raus, die Tür zu, und dann der erste tiefe Atemzug. Einatmen, die Arme zur Seite gestreckt, Augen zu, eiiiiin …. Das tat so gut. Sofort nach Sonnenaufgang waren wir los, mit der neuen Karre von der neuen Wohnung aus dem neuen Leben den guten alten Wolfgangsee entlang geschippert. Sanft rot-gelb-hellviolettes Morgenlicht über Strobl am Wolfgangsee, den Salzkammergut-Bergen und dem dem Sparber – den ich täglich auf dem Weg zur neuen Arbeit sehe – ich musste rauf. Und weil das mit Hund doch unmöglich sein sollte, ebenso unmöglich wie auf die schnelle einen neuen Wagen … genug davon. Auf zum (Gasthof und Wildpark) Kleefeld

Von Strobl am Wolfgangsee zum Sparber mit Hund: Unmögl … ?

Auf den ersten Blick wirkt die Bergtour wenig Spektakulär. Ich war trotzdem skeptisch: Nach all den Bildern von den Leitern die uns – vor allem Ronja (Berghund und Räubertochter) – erwarten würde … Die letzten Tage hatte ich einige Beschreibungen über die Tour gelesen, und alle mit dem selben Tenor: Geile Tour, geile Leitern, nix für Warmduscher und Trittsicher … die üblichen Beschreibungen eben, was bedeutet: Kein Wort darüber ob mit Hund machbar.

Also mal im Internetz gefragt: Dort herrschte die Meinung vor, diese Tour wäre nix für Hunde, es sei denn, sie können klettern. Das genügte – los gings.

Ausgangsort: Gasthof und Wildpark Kleefeld

Der Parkplatz liegt beinahe idyllisch nach einem Waldstück. Ein Schotterparkplatz unmittelbar vor dem Gasthof Kleefeld nahe der Gemeinde Strobl am WolfgangseeDetails zur Anreise wie immer im Tab nach dem Beitrag

Was jedoch aus der Norm herausfällt: Der Parkplatz gehört zu einem Wildpark, und das erste Teilstück ist für Familien mit Kindern „optimiert“. Also einfacher Anstieg, gemütlich zu gehen …

Wetter und Bedingungen an dem Tag: Wie so oft in diesen Tagen (mit Ausnahme von Hagelunwetter an Abenden 😉 ) – ein Traum Bergtagerl inkl. angenehmen Temperaturen. Nahezu Wolkenfrei, blauer Himmel – perrrfekt!Sonntag, 4. Juli 2021

Beginn der Bergtour mit Hund zum Sparber (1501m ü. A)

Wie üblich dauert’s bei mir stets ne Weile bis ich in der Bergtour „drin bin“. Die ersten 20-30 Minuten sind oft mehr ein „den Motor in Gang bringen“. Und diese Tour mit Hund nahe Strobl am Wolfgangsee eignet sich hervorragend dafür. Meine Gedanken schweiften von dem Unwetter – und dem darauf folgendem Chaos – hoch zu den auf uns wartenden Leiterpassagen. Ronja zerrte mich an der Leine – eh klar (nein wirklich: an Wegen wie diesen ist sie immer an der Leine – zwang oder nicht 🙂 ). Sie zerrte mich schneller über den Schotterweg hoch als geplant. Gott war die motiviert. Kein Wunder nach Wochen ohne Gipfelkreuz.

Hundefreundliche Basecamps der Region (Unterkünfte)*

Welches Unwetter, welche Hindernisse auch immer: Weiter geht’s

Wildgehege und natürlich: Leinenzwang

Entlang von Gehegen in dem sich Rotwild gruppiert, Steinböcke auf Scheunendächer klettern, Wollschweine machen was Wollschweine eben so machen und in Forellenteichen tauchen Forellen.

Sicher mehr als ein Tipp für Familien mit oder ohne Kinder – Falls sie mal in der Nähe von Strobl am Wolfgangsee sind: Nix wie hin da 😉

Wichtiger: Anleinen wegen freilaufendem Weidevieh

Wichtig für alle Hundebesitzer (was hoffentlich nicht extra betont / erwähnt werden muss): Hund an die Leine, eh klar, oder?

Und wenn Leine, dann wie immer an der kurzen Leine … wie schon im Rahmen der Bergwanderung mit Hund zur Feichtenstein-Alm gezeigt.

Einmal kurz und tief durchatmen: Hoch die Leitern

Am Ende des „Familienweges“ entlang der Gehege ging’s dann endlich los, es wurde „Bergtouriger“, der Weg schmaler, steiniger und wurzeliger – wie man Bergwege eben so kennt. Und weniger frequentiert: Ab hier sind nur noch jene unterwegs die den Gipfel erreichen wollen 🙂 Perfekt 😉

Und dann tauchten sie auf: Jene Leitern, die für so manchen Bergwanderer ein unüberwindbares Hindernis darstellen – was durchaus im Bereich des möglichen ist sollte man unter Höhenangst leiden 😉 Jene Leitern, die für Hunde nicht geeignet sind – aber gut: Welche Leitern sind schon für Hunde geeignet 😉

Ums kurz zu machen: Diese Leitern stellen auf dem Weg nach oben durchaus ein Hindernis für ungeübte Hunde dar – oder für all jene, die Ihre Hunde nicht mit einem Arm tragen können. Zumindest sollten Hundebesitzer bei dieser Bergtour – bei diesen Passagen – ihren Hund einarmig ein Stück weit nach oben unterstützen können.

Ronja als geübter Berghund kletterte am Rand der Leitern hoch – nur ab und an griff ich ihr unter die … ähmmm … Arme 🙂

Wichtige Anmerkung zu dem Filmchen da: Hier zu erkennen, das ich diesmal Ronja nicht via Leine am Rucksack gesichert hatte. Was zum einen daran liegt, dass sie an der schwierigsten Leiter sehr wohl gesichert war, ich jedoch aus Sicherheitsgründen nicht filmte. Zum anderen (auf dem Video) die Kletterei über die Leitern mit Leine unsicherer gewesen wäre: Sie musste mehrmals unter der Leiter durch, was für mich bedeutet hätte: Ableinen, Anleinen, wieder Ableinen … und das auf der Leiter. Und: Ich wusste – ich wusste – sie kann solche Anstiege mühelos meistern. Was sie mir oft genug bewiesen hat.

Ob der Hund nun gesichert werden muss oder nicht, ob es möglich ist oder nicht den Gipfel zusammen zu erreichen? Wenn der Hund getragen werden kann – ja. Sonst muss dies jeder Hundebesitzer selbst entscheiden!PS: Beim Abstieg muss der Hund getragen werden (dazu mehr weiter unten)

Ziel der Bergtour: Das Kreuz und ein unglaubliches Panorama

Das letzte Stückchen nach der letzten Leiter, und … geschafft. Mann war ich stolz auf meine Räubertochter (übrigens die erste Tour, bei der ich via Instagram Feedback bekam – noch bevor ich diese Tour geteilt hatte 🙂 mehrere Nachrichten von Bergfexn die uns gesehen und den Aufstieg beobachtet hatten und .. ja .. begeistert waren von ihr, der Räubertochter – klar, von mir hat niemand .. eh okay 😉 )

Und erst dieses Panorama: über das Salzkammergut, den Wolfgangsee im Speziellen, über Strobl am Wolfgangsee, rüber nach St. Gilgen, St. Wolfgang und die Salzkammergutberge … Kurz: Ein Traum (keine Ahnung warum Video so verwackelt ist .. scheinbar war ich doch mit Fliegen und Mückenabwehr beschäftigt … unglaublich viele an diesem Tag. Für die Räubertochter eine Hetz (= Gaudi = österr. für Spaß haben) 😀

Beginn Abstieg … und ein Extralob für die Räubertochter

Irgendwann mussten wir uns von dem Panorama lösen – keine Gedanken an die letzten Wochen, der Mist mit dem Auto, die Siedlerei, den Stress, die neue Arbeit … alles egal. Deshalb liebe ich solche Bergtouren, Herausforderungen wie diese. Weil eines in den Vordergrund rückt: Das es immer weiter geht immer einen Weg zum Gipfel. Probleme dazu da sind, um gelöst zu werden. Nichts ist unmöglich, alles machbar. Gut. Fast alles.

Auf jeden Fall zeigen Bergtouren mit Hund (oder ohne) was möglich ist. Immer und immer wieder. Bergtouren an sich können keine Probleme lösen, aber sie können (Denk)-Blockaden lösen und neue, alternative Wege zeigen. Nur wer aufgibt, hat schon verloren.

Noch ein paar wichtige Worte zum Abstieg (über die Leitern)

Die Leitern hinab habe ich die Räubertochter aus Sicherheitsgründen getragen: Ein Abrutschen beim „Nach unten klettern“ ist hier locker drin, besonders wenn der Hund schon ein wenig müde ist – nein, eigentlich immer. Auch das muss vor Antritt der Bergtour auf den Sparber bedacht werden:

Ihr solltet euren Hund locker tragen können! Und, euer Hund muss dabei ruhig bleiben. Schließlich müsst ihr euch selbst mit einer Hand an der Leiter sichern – einen zappelnden Hund kann dabei niemand brauchen!

Damit ist eigentlich auch mein kurzes Fazit gesagt. Meines Erachtens ist diese Bergtour nur zusammen mit Hund möglich, wenn er gesichert werden kann. Das muss jeder selbst wissen – und ein Abbruch ist kein Beinbruch – er zeigt von Verantwortungsgefühl und Reife.

Soweit zu dieser Tour. Uns hat der Trip unglaublich getaugt und gut getan – vermutlich, weil ich noch nicht wusste, was in den nächsten Wochen auf mich zukommen würde. Aber dazu ein anderes mal … Bis dahin: Bleibt’s auf’m Weg.

Hundefreundliche Basecamps der Region (Unterkünfte)*

Überblick und Tipps zur Bergtour von Strobl am Wolfgangsee auf den Sparber

Hinweis zu der im Artikel beschrieben Tour:

Ausgangspunkt:

Parkplatz Gasthof Kleefeld

Details zur Anfahrt im Tab: Anreise

Dauer der Tour
(Auf- und Abstieg):

Reine Gehzeit:
1,5
Stunden

Gesamt (mit Pausen):
ca. 3,5 Stunden

Tourdaten im Überblick:

Länge der Wanderung: 6,5 Kilometer
(Auf- und Abstieg)

Höhenmeter: 780m

niedrigster Punkt:
Burggrabenklamm: 688m ü. A

höchster Punkt:
Gipfelkreuz Sparber: 1501m ü. A

Schwierigkeit / Kondition: mittelschwer bis schwer / gut bis fortgeschritten

Infos für Hundebesitzer/innen und sonstige Bergfexn:

Bergtour auf den Eibenberg bei Ebensee - Traunsee-Almtal
  • (kurz) kein Problem für Hunde / ab und an Hilfe benötigt
  • Leitern, Klettereien: Ja / Nein (wenn Ja. für Hunde machbar: Ja / Nein / nur mit Unterstützung / kann umgangen werden)
  • Wenn keine Wasserstellen: WICHTIG: Keine / wenig – genügend Wasser mitnehmen.
  • Hinweise zu Hütten (offen / geschlossen / Hunde erlaubt: ja / Nein)
  • Leinenzwang: Ja / Nein
  • Weidestellen am Weg: Ja / Nein (können umgangen / durchwandert werden – Hund auch ohne Leinenzwang an die Leine!)
  • bei Bedarf mehr ….

Ausrüstung die bei keiner Bergtour fehlen sollte

Mehrtagestouren mit Hund

Für diese Tour packen wir unsere sieben Sachen in unseren „kleinen Rucksack“. Für gewöhnlich ausreichend, trotzdem sollten darin wichtige Dinge nicht fehlen. Neben …

  • ausreichend Wasser (mindestens 2 Liter)
  • Proviant für Mensch und Hund

eben auch andere Dinge die ich in einem eigenen Beitrag zusammen gestellt habe

Anreise zum Einstieg der Bergtour auf den Sparber:

Eigene Anreise mit dem Auto / Van etc.

Am einfachsten: Einfach die Adresse in dein Navi eintippen:

Wolfgangseeregion
Kleefeldstraße 4
5350 Strobl

MAP-GEO
lat=47.701985777335636
lng=13.48752558231354

Parken: gratis

Literatur-Empfehlungen: Hintergründe, Wanderführer etc.

Salzkammergut Ost: Dachstein – Traunstein – Totes Gebirge. 52 Touren mit GPS-Tracks (Rother Wanderführer)

Schroffe Gipfel, Iiebliche Täler, eine Vielzahl von Seen und darüber die strahlende Pracht der Dachsteingletscher – sie prägen den unvergleichlichen Charakter des Salzkammerguts. Wanderer finden hier ein wahres Eldorado. Von der beschaulichen See-Umrundung, über die Almwanderung mit schmackhafter Einkehr bis zum hochalpinen Gipfelanstieg sind die Möglichkeiten hier unbegrenzt. Der Rother Wanderführer »Salzkammergut Ost« stellt 52 abwechslungsreiche Touren rund um den Dachstein, um Traunstein und das Tote Gebirge vor. Die Auswahl umfasst so manche Perle des Salzkammerguts, wie den Predigtstuhl oder den Roßkogel auf der Tauplitzalm. 

Vielen Dank an folgende Unterstützer von Berg-Van

Kontakt zum Berg-Van
Berg-Van Christian und die Räubertochter bedanken sich bei allen Unterstützern!
DANKE!

Würde uns freuen wenn du deine Meinung zu dem Beitrag da unten ins Gipfelbuch schreibst, deine Erfahrungen bei Bergtouren mit deinem Hund, Tipps, Tricks zur Tour oder Fragen die wir bei einer Tour klären können? Nur keine Hemmungen – einfach rein damit … bis dahin: Bleibt’s auf’m Weg

Unterstütze uns und alle die Bergtouren mit Hund lieben …

.. besonders jetzt: Informiert euch, Unterstützt uns – werdet Teil des Teams, ein Teil des Projekt BERG-VAN: Gemeinsam mit Hund zum Gipfelkreuz.

Danke für deine Unterstützung
Berg-Van Chris und die Räubertochter sagen: Danke für deine Unterstützung

… mit deinem Beitrag: Du unterstützt damit nicht nur Berg-Van und die Räubertochter, sondern auch alle Bergfex’n, Bergwanderer und alle, die Bergtouren mit Ihrem Hund lieben. Deine Unterstützung trägt dazu bei, das diese geplanten Touren auch tatsächlich stattfinden können.

Durch deine Hilfe schaffen wir gemeinsam eine Plattform, in der sich Hundebesitzer über die Machbarkeit der Touren gemeinsam mit ihrem Hund informieren können. Im Namen aller sagen wir:

Danke für deine Unterstützung

About Author /

Berg-Van (Chris) - unterwegs mit der Räubertochter (meinem Hund: Ronja) um für dich (und deinem Hund) Wege und Möglichkeiten zu finden, sicher in den Bergen unterwegs zu sein.

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